Regel- und Verhaltensknigge

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Der Mannschaftswettbewerb

Es gibt mehrere Systeme, mit denen Mannschaftswettbewerbe durchgeführt werden. In Berlin ist es so, dass die untersten Ligen, die Kreisklassen, mit 4er Mannschaften spielen und alles aufwärts mit 6er Mannschaften. Es wird gerade darüber nachgedacht, dies komplett auf 4er Mannschaften umzustellen, aber noch ist das Zukunftsmusik. Hier werde ich mich immer auf eine 4er Mannschaft beziehen, da wir gerade keine anderen haben.

Eine Mannschaft hat sogenannte Stammspieler, deren Anzahl mindestens ihrer Sollgröße entsprechen muss, also 4 in einer 4er Mannschaft. Dieser Status des Stammspielers ist eine komplizierte Sache und es soll hier nicht voll darauf eingegangen werden, man muss sich aber merken, dass man diesen Status verlieren kann. Es können mehr als 4 Spieler in einer Mannschaft stehen, die Anzahl ist nach oben hin offen. Weiterhin kann man noch aus einer unteren Mannschaft in einer oberen Mannschaft Ersatz spielen. Auch dazu gibt es komplizierte Regeln, auf die hier nicht weiter eingegangen werden soll. Alle Spieler einer Mannschaft müssen nach Leistung aufgestellt werden. Dazu gibt es eine LivePZ, die sich nach komplizierten Regeln berechnet und nach der man sich bei der Mannschaftsaufstellung richten muss. Bei einer neuen Mannschaft, deren Spieler noch keinen LivePZ Wert haben, sollte dies eben so gut wie möglich gemacht werden. Auch mannschaftsübergreifend sollte nach Leistung aufgestellt sein, man kann dies auch übergehen, dann werden aber sogenannte Sperrvermerke vergeben, d.h. dass derjenige Spieler, der eigentlich zu stark ist, dann nicht mehr in bestimmten höheren Mannschaften Ersatz spielen darf.

Es wird nach dem sogenannten Werner-Scheffler-System gespielt. Dies ist ein erweitertes Paarkreuzsystem. Die Spieler werden nach ihrer Reihenfolge vor Ort von 1 bis 4 aufgestellt und in 2 sogenannte Paarkreuze geteilt. Am Anfang werden 2 Doppel gespielt, die beliebig aufgestellt werden können, dazu später mehr. Im Einzel spielen nach einer bestimmten Reihenfolge zuerst die Paarkreuze ihre Paarungen aus und dann werden noch 4 Spiele außerhalb der Paarkreuze gespielt. Die Spielreihenfolge ist folgende (D=Doppel; E=Einzel; A=Heimmannschaft; B=Gastmannschaft):

D A1 vs. B1

D A2 vs. B2

E A1 vs. B2

E A2 vs. B1

E A3 vs. B4

E A4 vs. B3

E A1 vs. B1

E A2 vs. B2

E A3 vs. B3

E A4 vs. B4

E A3 vs. B1

E A1 vs. B3

E A2 vs. B4

E A4 vs. B2

Die Mannschaft, die zuerst 8 Siege erreicht hat, hat das Spiel gewonnen, ein 7:7 ist ein Unentschieden.

Eine Mannschaft muss in Trikots und in einheitlicher Farbe spielen. Hallenschuhe, Socken und kurze dunkelfarbige Hosen sind vorgeschrieben. Im Damenbereich darf auch mit Rock oder in einem sogenannten Body gespielt werden. Eine andere Sportbekleidung (etwa eine lange Hose) ist nur in Ausnahmefällen zulässig, sie darf während eines Spiels aber nicht geändert werden. D.h. dass es auf keinen Fall zulässig ist, ein Spiel im Trainingsanzug anzufangen und diesen nach dem 1. oder 2. Satz auszuziehen, wenn man sich dann schön warm gespielt hat, o.ä.

Im Doppel kann man beliebige Spieler in einer beliebigen Reihenfolge aufstellen, solange diese für die Mannschaft spielen dürfen. D.h. dass man auch mit 4 komplett anderen Spielern als im Einzel antreten darf. Insgesamt kann man also mit 8 Spielern ein Punktspiel antreten.

Die Mindestgröße einer Mannschaft vor Ort ist 3. Die Spiele, die dann nicht gespielt werden können (ein Doppel und 3 Einzel) gehen dann kampflos an die gegnerische Mannschaft. Man muss im Einzel von 1 bis 3 aufstellen, kann sich aber entscheiden ob man Doppel 1 oder Doppel 2 spielt. Wenn beide Mannschaften zu dritt sind, müssen beide das Doppel 1 aufstellen, das andere Doppel und das Spiel A4 vs. B4 werden nicht gezählt. Die anderen Spiele gegen die jeweilige 4 zählen kampflos. Demnach hat eine Mannschaft dann mit 7 Siegen gewonnen und 6:6 ist dann ein Unentschieden.

Wenn eine der beiden Mannschaften zu spät kommt, oder zu Spielbeginn nicht in Mindeststärke anwesend ist, muss 15 Minuten gewartet werden, dann wird der Mannschaftskampf kampflos gegen diese Mannschaft gewertet. Wenn die Mindeststärke vorhanden ist, muss begonnen werden, wenn sich also ein Spieler verspätet, ist es sinnvoll für diese Mannschaft vor der Halle auf ihn zu warten, damit sie dann eschlossen zu spät kommen. Ein Recht auf 15 Minuten Einspielzeit hat man dann immer noch.

Einzelne Spiele können aufgegeben werden. Ein Spieler zählt dann zur Mannschaftsstärke, wenn er zu mindestens einem Spiel angetreten ist. Ein Spiel zählt als angetreten, wenn die Spieler einen Ballwechsel absolviert haben. Es ist also zulässig, dass ein Spieler zu einem Doppel antritt, diese Paarung nach dem ersten Aufschlag das Doppel aufgibt und der Spieler dann seine Einzel aufgibt.

Eigentlich hat ein Spiel immer einen Oberschiedsrichter. In den unteren Spielklassen fungiert als Oberschiedsrichter der höchste anwesende lizensierte Schiedsrichter. Wenn es keinen gibt, befindet man sich in einer Grauzone. Hausrecht hat natürlich immer der Heimverein. In der Praxis wird meistens ohne einen Oberschiedsrichter gespielt, solange es zu keinem Streit kommt, ist das meistens auch problemlos möglich.

Eine Mannschaft muss während des gesamten Spiels einen Mannschaftsführer haben, der nicht der gleiche sein muss, der zu Anfang der Spielzeit gemeldet wurde und der auch nicht am Spiel teilnehmen muss. Der Mannschaftsführer vertritt seine Mannschaft und ist alleinig dazu berechtigt Protest zu erheben.

Zugang zur Spielhalle mindestens 30 Minuten vor Spielbeginn und eine Einspielzeit von mindestens 15 Minuten müssen gewährt werden. Die Temperatur muss mindestens 15°C betragen. Wenn dies nicht gegeben ist, kann man Protest einlegen.

Für gewöhnlich läuft ein Spiel so ab, dass ca. eine halbe Stunde vor Spielbeginn die Gastmannschaft erscheint. Sie erhält mindestens einen Tisch zum Einspielen, dieser sollte einer der Tische sein, an denen später das Spiel stattfindet, und Wettkampfbälle, mit denen dann später auch gespielt wird. Der Heimverein führt während des gesamten Spiels ein Spielformular mit Durchschlag, das ein offizielles Dokument ist. Der Mannschaftsführer der Gastmannschaft sagt die Aufstellung seiner Mannschaft an, es bietet sich an, den sogenannten VMM, auf dem die offizielle Aufstellung draufsteht, vorzulegen. Dies steht nicht mehr in den Regeln, ist aber immer noch die praktischste und sicherste Methode. Er sollte aufpassen, dass der Heimmannschaftsführer alles korrekt einträgt und sagt auch die Doppel an. Er hat das Recht, mit den Doppeln zu warten, bis die Heimmannschaft ihre eingetragen hat, die allerdings auch das Recht hat, ihre Doppel zu verdecken. Eigentlich kann man mit der Einzelaufstellung bis nach den Doppeln warten, in den unteren Spielklassen ist dies allerdings nicht üblich. Man darf aber.

Pünktlich zu Spielbeginn stellt man sich auf und der Mannschaftsführer der Heimmannschaft verliest die Aufstellung, sagt an, welcher Tisch Tisch 1 und welcher Tisch 2 ist, und begrüßt die Gäste. Anschließend begrüßt der Mannschaftsführer der Gastmannschaft die Gastgeber. Die Doppel werden angesagt.

Im Verlauf des Spiels muss die Spielreihenfolge nach dem Formular eingehalten werden, es dürfen keine Spiele übersprungen werden. Wenn ein Spiel aus Versehen früher angefangen wurde, muss man es zu Ende spielen, es zählt allerdings natürlich trotzdem nach der Spielreihenfolge. Solange ein Spiel angesetzt werden kann, muss es auch sofort angesetzt werden. Der Mannschaftsführer kann allerdings für seine Spieler eine Pause von bis zu 5 Minuten verlangen. Es wird an 2 Tischen gespielt. Unter der Woche kann eine der beiden Mannschaften darauf bestehen, dass an 3 Tischen gespielt wird, wenn absehbar ist, dass der Mannschaftskampf nicht vor 21:30 Uhr beendet wird. Dies ist natürlich eine Bauchgefühl Sache und es ist immer besser, an 2 Tischen zu spielen, größtenteils damit man seine Mannschaftskameraden anfeuern und coachen kann. Meistens sagt die Heimmannschaft am Anfang an, dass es passieren kann, dass sie an 3 Tischen spielen wollen, weil sie vielleicht früh aus der Halle rausgeschmissen werden, und fragt ob das so in Ordnung ist. Für gewöhnlich kann man da nicht viel gegen sagen, sollte aber versuchen zumindest an 2 Tischen anzufangen.

Am Ende des Spiels rechnet die Heimmannschaft die Punkte zusammen und trägt das Endergebnis ein. Der Mannschaftsführer der Gäste sollte sich das genau anschauen und auch noch mal nachrechnen, und wenn alles stimmt, unterschreiben beide Mannschaftsführer. Als Oberschiedsrichter wird häufig keiner unterschreiben. Wenn es einen gab, unterschreibt der natürlich. Häufig unterschreibt einfach der Heimmannschaftsführer als Oberschiedsrichter, was aber eigentlich nicht korrekt ist. Jeder der Mannschaftskapitäne nimmt eines der beiden Exemplare an sich, der Gastmannschaftsführer erhält den Durchschlag.

Das Ergebnis muss von der Heimmannschaft spätestens bis 24:00 Uhr des nächsten Tags in der Online Plattform eigetragen werden. Die Gastmannschaft muss diesen bis 24:00 Uhr des 3. auf den Mannschaftskampf folgenden Tages bestätigen. Wenn die Gastmannschaft den Spielbericht zuerst eingibt (was technisch möglich ist, aber nicht gemacht werden sollte), muss die Heimmannschaft bis 24:00 Uhr des auf den Mannschaftskampf folgenden Tages bestätigen. Natürlich sollte in beiden Fällen nur bestätigt werden, wenn der eingetragene Spielbericht mit dem handgeschriebenen übereinstimmt. Wenn nicht, muss man ihn berichtigen oder melden, dass er falsch ist und die andere Mannschaft ihn berichtigen lassen. Leider ist nicht immer klar, was davon überhaupt geht, und es ist auch nicht klar, wie sich das auf die Fristen auswirkt. Aber man sollte nie einen falschen Bericht bestätigen, auch wenn es nur um ein Satzergebnis wie 11:7 geht. Es handelt sich um ein offizielles Dokument und wenn man es falsch einträgt und bestätigt, kann das als Betrug gelten.

Proteste müssen während des Mannschaftskampfes unter Angabe des Zeitpunktes mit Begründung vom protestierenden Mannschaftsführer geschrieben werden. Proteste gegen allgemeine Spielbedingungen oder gegen unmittelbare Spielgeschehnisse sind sofort bei Bekanntwerden des Protestgrundes einzulegen. Sie müssen nach dem Mannschaftskampf mit einer gesonderten Unterschrift des Mannschaftsführers dem Staffelleiter zugesendet werden. Vor einem Protest gegen die allgemeinen Spielbedingungen muss dem Heimverein die Möglichkeit gegeben werden, den Protestgrund zu beseitigen.

>>Vorwort

>>Einspiel und Auslosung

>>Das Spiel und Zählen

>>Das Doppel

>>Unterbrechung des Ballwechsels und Pausen

>>Der Aufschlag

>>Der Mannschafts-

    wettbewerb

>>Anfeuern und Coachen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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